Nicht nur die Teletubbies machen „Winke Winke“

Winkendes Teletubby

Winkendes Teletubby

Wer mit den Doppelstock-Schnellzügen der SBB reist, steht manchmal sprichwörtlich vor verschlossenen Türen. Die Schiebetüren zu den Sitzplätzen sind in Kopfhöhe mit einem Bewegungsmelder ausgestattet, der die Türe beim Herannahen eines Reisenden öffnen sollte. Allerdings ist die Reichweite dieser Sensoren viel zu kurz. Die Türen öffnen sich erst dann, wenn man mit der Hand oder dem Kopf direkt vor dem Sensor vorbeistreicht.

Erfahrene Pendler entwickelten darum das Wink-Ritual: Routiniert betritt der erste Pendler beim Besteigen des Zuges mit einem lässigen „Winke Winke” den Waggon und öffnet für die nachfolgenden Fahrgäste die Abteiltür. Immer wieder stehen aber auch nicht eingeweihte Reisende verzweifelt vor den Türen und versuchen diese mit allen möglichen Tricks und Verrenkungen, manchmal auch mit Gewalt zu öffnen. Irgendwann schieben sich dann die Türen wegen einer am Sensor registrierten Bewegung wie von Geisterhand zur Seite.

Andere Reisende wissen zwar auch nicht, warum die Türen in den Zügen so schwer zu öffnen sind, sie lernen aber durch Beobachtung und Nachahmung die Teletubbi-Gesten der Profis. Mit einem zaghaften und unbeholfenen Winken betreten sie den Wagen leicht beschämt und in der Hoffnung, dass Keiner zusieht. Leider scheinen nicht alle Lernwilligen begriffen zu haben, in welchen Fällen das Winken hilft. Manche Passagiere stellen sich neuerdings auch in älteren Bahnwaggons vor Abteil- oder gar WC-Türen versuchen diese aufzuwinken. Dummerweise sind in den älteren Wagen und an den WC-Türen aber gar keine Bewegungssensoren verbaut.

Adrian Heydecker

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