Testen im weissen Kittel? Das Fernsehen kommt!

Das Schweizer Fernsehen will einen Beitrag über uns und unsere Testmethoden drehen. Mit dieser Nachricht überraschte uns der TV-Journalist Ueli Sax im letzten Frühjahr. Sofort waren wir alle von diesem Plan begeistert und begannen zusammen mit der Einstein-Redaktion Ideen für den Fernsehbeitrag zu sammeln.

Das Schweizer Fernsehen zu Besuch bei soultank AG
Das Schweizer Fernsehen zu Besuch bei soultank AG

Für mich war es sehr wichtig, dass wir unser Métier so realitätsnah wie möglich zeigen können. Natürlich war mir bewusst, dass die Anwesenheit eines Kamerateams die ganze Testsituation mehr oder weniger verfälschen würde. Trotzdem wollten wir im TV-Beitrag keine „Show“ bieten oder irgendwelche Dinge zeigen, die gar nicht der Realität im Testlabor entsprechen.

Kein Auftritt wie bei Dr. Best

Einen Kompromiss gingen wir jedoch ein: Ueli Sax bat uns darum, uns ein wenig professioneller als üblich zu kleiden. Offenbar klagen viele Einstein-Zuschauer in Kommentaren immer wieder darüber, dass die in der Sendung gezeigten Forscher und Experten gar nicht wie solche aussehen. Einige Zuschauer erwarten wahrscheinlich, dass Forscher wie in der Zahnbürsten-Werbung immer einen weissen Arztkittel tragen!

Um unsere Testpersonen nicht einzuschüchtern benutzen wir als Testleiter normalerweise bequeme und unauffällige Strassenkleidung. Als Kompromisslösung entschloss ich mich den Kittel im Schrank hängen zu lassen und lieber auf Geschäftskleidung mit Anzughose und Krawatte zu setzen. Auch diese Kombination tragen wir normalerweise nicht bei einem Test, aber sie schien mir eine deutlich bessere Option als der Weisskittel zu sein.

Mutige Produkt-Hersteller gesucht

Nachdem die Kleiderfrage geklärt war, merkten wir, dass es bis zum Drehtag noch einige weitere Hürden zu überwinden galt. Zum Beispiel mussten wir einen Hersteller davon überzeugen, sein Produkt öffentlich testen zu lassen. Dies ist normalerweise nicht üblich, da Produkte vor ihrer Markteinführung meist noch mit einigen Schwächen zu kämpfen haben. Und genau das Aufdecken und Beheben dieser Schwächen ist ja das Ziel eines jeden Usability-Tests. Spontan und unbürokratisch erklärte sich schliesslich der Panasonic Generalvertreter John Lay Electronics zu einem öffentlichen Test bereit.

Mit Spannung erwarteten wir nun den kommenden Drehtag. Ueli Sax erschien pünktlich mit seinem Kameramann. Während ich mich daran machte, den Test des Panasonic-Players zu leiten, testete meine Kollegin Iris Niedermann zusätzlich die SF-Einstein-Webseite hinsichtlich ihrer Benutzungsfreundlichkeit. Natürlich fand jede Bewegung unter ständiger Beobachtung der Fernsehkamera statt und einige Aktionen mussten wir wegen eines schlechten Kamerawinkels oder einer Tonstörung sogar zweimal drehen.

Der Abschluss des Drehs

Am Ende eines anstrengenden Drehtages hatten wir alle Testszenen und Interviews im Kasten. Ein persönlicher Wehrmutstropfen bleibt mir jedoch. In der ganzen Aufregung des Drehs vergass ich meine Krawatte ordentlich zu binden und so liess ich mich den ganzen Tag mit einer viel zu langen Krawatte filmen. Wahrscheinlich hätte ich wohl doch besser den weissen Kittel angezogen!

Einige Impressionen vom Drehtag

Dreharbeiten im Labor von soultank AG
Dreharbeiten im Labor von soultank AG

Adrian Heydecker

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