Kleine Änderung mit grosser Wirkung: die „Spiral Eye Needle“

Nähnadeln sind seit der Altsteinzeit als hilfreiches Werkzeug bekannt. Jeder passionierte Näher oder jeder, der je nur einen Handarbeitskurs besucht hat, weiss aber auch um die Tücken dieser handwerklichen Tätigkeit. Eine davon betrifft das Einführen des Fadens in das Nadelöhr. Man kann sich nur schwer vorstellen, für wieviel Ärger, Wut und Verzweiflung diese „simple“ Aufgabe in der Menschheitsgeschichte bereits gesorgt hat. Pam Turner, eine Frau aus Minnesota (USA) ist nun ausgezogen, diesem Umstand ein Ende zu setzen und damit die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Genauer betrachtet ist das Schieben des Fadens durch die Öse ein sehr delikater Prozess und bedarf einer ausserordentlichen Hand-Aug-Koordination. Die Öffnung der Öse ist so klein, dass es dazu feinmotorisch einiges Geschick und eine ruhige Hand braucht. Zudem ist ein scharfes Auge nötig, welches den Vorgang überwacht. Für viele Leute, die eigentlich Freude am Nähen haben, stellt dieser Prozess eine grosse Hürde dar. So haben Personen mit eingeschränkter Sehkraft oder motorischen Problemen grosse Probleme, den Faden korrekt einzufädeln. Pam hat dieses Problem erkannt und dadurch gelöst, dass bei ihrer „Spiral Eye Needle“, der Faden durch eine Öffnung auf der Seite des Nadelkopfs in das Öhr gelegt werden kann. Dazu muss lediglich der Faden in einer Schlaufe der Nadel entlang gefahren werden, worauf sich der Faden beinahe von selbst einfädelt.

Spiral Eye Needle

Nadeln mit einer seitlichen Öffnung gab es zwar bereits vorher, doch bei diesen Modellen rutschte der Faden ständig wieder raus. Indem der Faden bei Pams Nadel erst in eine zweite „Kammer“ geführt und dort quasi blockiert wird, konnte dieser Schwierigkeit Abhilfe geleistet werden.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass es so lange dauerte, bis jemand auf die Idee zu dieser simplen und einfachen Optimierung kam! Manchmal braucht es eben nur wenig, um die Usability eines Systems nachhaltig zu verbessern.

Matthias Häne

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