Ich hier, du nicht – zum Zweiten

Methoden, die „remote“, d.h. via Fernübertragung durchgeführt werden, erfahren bei der soultank AG aktuell eine Neuauflage. Wir führten bereits einen Bedürfnisanalyse-Workshop in ähnlicher Weise durch (siehe dazu früheren Blogeintrag). Nun folgten in dem gleichen Kundenprojekt Remote-Usability-Tests mit 5 Testpersonen aus Frankreich und Deutschland. Ich befand mich als Testleiter dabei in Zug.

Für einen gestandenen Usability-Testleiter wie mich, war das natürlich eine spezielle Erfahrung. Testpersonen, die nicht gleich neben mir oder maximal hinter einer Wand mit Einwegsichtspiegel des Usability-Labors sitzen, sondern effektiv kilometerweit weg sind und ein Produkt ohne direkten Kontakt ausser über das Internet beurteilen, sind etwas sehr Spezielles!

Konkret lief das Ganze wie folgt ab: Nach der Rekrutierung, wurden die Testpersonen mit den Testunterlagen per E-Mail beliefert und auf einen bestimmten Zeitpunkt eingeladen, auf ihrem Computer eine spezielle Software zu starten. Diese ermöglichte es ihnen auf den Testleitercomputer in Zug zuzugreifen. Die spezielle Software lies es ausserdem zu, dass ich mich mit der Testperson verständigen konnte. Auf dem Testleitercomputer in Zug lief dann auch der zu testende Prototyp. Die Testperson löste die Aufgaben auf diesem Computer. Danach wurden sie vom Testleiter befragt. Das Ganze wurde natürlich aufgezeichnet, damit es anschliessend noch einmal analysiert werden konnte.

Das Testing war eine sehr spannende Erfahrung, da wir nicht wussten, ob die technischen Rahmenbedingungen (spezielle Software für Verbindung, Software zur Aufzeichnung und Prototyp alles auf einem Computer) während der gesamten Testdauer problemlos mitspielen. Es hat dann alles sehr gut geklappt und die Tests lieferten vielversprechende Ergebnisse.

Diese Methode hat vor allem den Vorteil, dass sie für den Kunden relativ kostengünstig ist, da so Testpersonen nahezu um den gesamten Globus hinweg getestet werden können. Und dies ohne dass das ganze Projektteam und das Equipment auf lange Reisen gehen muss.

Marcel B.F. Uhr

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