Multitouch in Usability-Tests

Touchscreens sind nicht erst seit dem iPhone bekannte Ein- und Ausgabemedien, doch seit dem iPhone und dessen Multitouchfähigkeit (Interaktion des Benutzers mit nicht nur einem Finger oder einem Stift, sondern gleichzeitig mehreren Fingern) haben sie enorm an Bedeutung gewonnen. Aus Benutzersicht sind Touchscreens eigentlich die bevorzugte Interaktionsform, da das Eingabemedium dem Ausgabemedium entspricht und so eine effektive „direkte Manipulation“ möglich macht. Doch erst seit der Technologie des Multitouch entspricht das Touchscreen-Interface dem, wie der Mensch gerne mit solchen Systemen interagiert.

Interaktion mit dem Multitouch joojoo
Interaktion mit dem Multitouch joojoo

Da Touchscreens und vor allem natürlich Multitouchscreens auch in unseren Projekten immer mehr an Bedeutung gewinnen, hat auch soultank AG sich eigene Geräte angeschafft. So hat z.B. der COO Daniel Gerkens sich ein iPad gekauft und zum „Rumspielen und Ausprobieren“ wurde für die Firma ein joojoo gekauft. Das joojoo ist ein 12.1 Zoll grosser Tablet, der auf Linux läuft, WiFi-fähig ist und einen USB-Anschluss besitzt. Das war auch einer der wichtigsten Gründe für den Kauf, denn die proprietären Anschlüsse, wie beim Apple iPad sind für die Verwendung in Projekten nicht wirklich hilfreich. Wir entwickeln oft HTML-Prototypen, welche über den USB-Port auf das Gerät gespielt werden, um dann durch die Benutzer getestet zu werden. Das geht mit dem iPad noch nicht so einfach.

Erste Erfahrungen mit dem joojoo: Leider überzeugt das joojoo bei den ersten paar Berührungen nicht wirklich und die User Experience ist nicht sehr hoch. Die Hersteller haben es zu gut gemeint mit dem Satz „reduce to the max“, denn ausser einem kurzen Video auf dem Gerät, das bei der allerersten Inbetriebnahme gar nicht gestartet ist, gibt es nur eine URL zu einer Website, die scheinbar zusätzliche Informationen zur Bedienung des Gerätes gibt, die aber trotz mehrmaligen Versuchen nicht aufgerufen werden konnte (Error 404). Interessant ist auch, dass wenn man nach Informationen über das joojoo googelt, sehr schnell auf eine Anleitung zum Wechsel des Betriebssystems Linux auf Windows 7 kommt!

Das Gefühl der Interaktion ist aber sehr schön. Zwar sind die „Kommandos“ sehr unterschiedlich zu jenen, die der eingefleischte iPhone-Benutzer kennt, doch lernt man das sehr schnell. Auch ist das Display sehr kontrastreich und bringt eine sehr attraktive Darstellung von Websites hin.

Für kommende Tests von mobilen Geräten und Applikationen wird uns das joojoo sicherlich von guten Diensten sein. Es stellt sich aber im Moment schon noch etwas die Frage, ob allenfalls ein Wechsel des Betriebssystems angezeigt ist …

Marcel B.F. Uhr

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