Nutzerfreundliches Familienabteil – ein Kinderspiel

Um den Bedürfnissen der Zugreisenden optimal zu entsprechen wurde bei der Planung der neuen Fernverkehr-Doppelstock-Züge der SBB der User Centered Design Ansatz gewählt. Das heisst, dass die Endnutzer, also die Zugreisenden, bereits zu einem frühen Stadium nach ihrer Meinung gefragt würden. Wie ist das möglich? Ganz einfach, ein begehbarer 1:1 Holz-Prototyp des neuen Doppelstock-Zuges, auch „Maquette“ genannt,  wurde aufgebaut. So können bereits in einer frühen Phase Verbesserungen angebracht werden und gleich überprüft werden. Dieses Vorgehen garantiert ein unverwechselbares Zugerlebnis. Zudem können teure Korrekturen im Nachhinein verhindert werden.

Zu diesem Zweck wurde soultank AG von der SBB beauftragt das neue Familienabteil auf seine Kinderfreundlichkeit hin zu untersuchen. Fragen wurden untersucht wie „Ist ausreichend Platz zum Spielen vorhanden?“, „Ist das Angebot abwechslungsreich?“, „Wie wird das Farbkonzept wahrgenommen?“, „Gibt es Stellen mit Verletzungsgefahr, die behoben werden müssen?“ und natürlich, „Wie hoch ist der Spassfaktor?“. Für die Studie wurden sechs Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren mit ihren Eltern in die Maquette eingeladen.

Das Untersuchungsdesign sah zwei Teile vor: Im ersten Teil liess man die Kinder spielen und auskundschaften. Im Anschluss daran wurden die Kinder einzeln von einer ihnen vertrauten Person, anhand eines vorgegebenen Fragenkatalogs, befragt. Dies hatte den Vorteil, dass die Kinder offen und unbeschwert antworten konnten ohne sich auf eine fremde Person einzustellen und möglicherweise zurückhaltend zu sein. Das Interview mit den Antworten wurde von mir festgehalten.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Kinder sehr zufrieden sind und sich gleich von Beginn an mit den einzelnen Stationen im Kinderabteil beschäftigt haben. Auch die Eltern zeigen sich überwiegend positiv zum neuen Kinderabteil. Ich kann es kaum erwarten mit meinen Kindern das fertig umgesetzte Kinderabteil in den neuen Zügen zu testen.

 

Iris Müller

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