Bachelor-Diplomarbeit Faceted Search auf Smartphones

titelblatt ohne Schrift_bearbeitet4Im Rahmen meines Wirtschaftsingenieurs | Innovation- Studiums an der Hochschule Luzern besuchte ich das Modul „Usability“, was mein Interesse für dieses Themengebiet weckte. Es ergab sich die Gelegenheit, meine Bachelor-Diplomarbeit bei der soultank AG zu schreiben, welche mich mit praxisnahen Hinweisen in Bezug auf Usability, User Experience und User Centred Design unterstützte.

Thematischer Hintergrund der Arbeit

Die Zahl der Smartphone-Benutzer hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Durch die erhöhte Mobilität der Menschen, und die immer bessere technische Ausstattung der Smartphones, verlagern sich die am Desktop-Computer ausgeführten Arbeiten immer mehr auf die mobilen Geräte. Jedoch sind die Anzeige- und Interaktionsmöglichkeiten auf Smartphones limitiert, beispielsweise durch kleine Bildschirme. Deshalb ist es notwendig, Informationen sinnvoll darstellen, durchsuchen und filtern zu können. Einen Lösungsansatz für diese Problemstellung bietet Faceted Search.

Was ist Faceted Search?

Faceted Search kann mit „Suche mittels Filtern“ übersetzt werden. Mit einer Facettensuche ist es möglich, durch Auswahl verschiedener Kriterien, eine Menge an Suchresultaten weiter einzuschränken. Diese Filtertechnik findet heute vorwiegend im e-Commerce-Bereich Anwendung.

Ziele und Methodik der Bachelor-Diplomarbeit

Untersucht wird die Verwendung von Faceted Search im Hinblick auf die Nutzung dieser Filtertechnik für mobile Webseiten, aber auch für Smartphone-Applikationen.

Die Ziele der Arbeit setzen sich wie folgt zusammen:

  • Entwicklung eines Prototypens auf die Smartphone-Applikation eines Praxisbeispiels
  • Durchführung von Tests zur Validierung des Prototypen
  • Empfehlungen zur Verwendung von Faceted Search auf Smartphones
Prototyp

 

Diese Ziele wurden realisiert mittels den fünf Schritten (Informationssammlung- und Verarbeitung/Analysieren/ Konzipieren/Visualisieren/Überprüfen) angelehnt an das Vorgehensmodell der ISO-Norm 9241, Teil 210 und anhand eines Praxisbeispiels. Mit dem Prototypen wurde die Anwendung der Interaktionselemente von Faceted Search auf Smartphones getestet.

Folgende Methoden wurden angewendet:

  • Eine Befragung zum Thema „Suche“
  • Eine Benutzer- Aufgaben- & Kontextanalyse
  • Personas
  • Ein Card-Sorting um die Informations-Architektur des Praxisbeispiels zu analysieren

Ergebnisse

Faceted Search ist nicht immer notwendig

Für die Benutzer ist das Bedürfnis nach einer Faceted Search abhängig von der Aufgabe, die sie erfüllen möchten. Im Rahmen einer Google-Suche betrachten es die Befragten als nicht notwendig, die Suchergebnisse weiter einzuschränken. Durch die automatischen Filtersysteme von Google wird bereits eine hohe Trefferquote erzielt. Bei der Jobsuche hingegen, ist das Bedürfnis nach einer weiteren Einschränkung der Suchergebnisse gross.Es ist sinnvoll die Resultate einer Stichwortsuche mit einer Faceted Search zu verfeinern

Es ist sinnvoll die Resultate einer Stichwortsuche mit einer Faceted Search zu verfeinern

Bei der Überprüfung des interaktiven Prototypens stellte sich heraus, dass die Stichwortsuche von der Hälfte der Testpersonen verwendet wurde. Dies deckt sich mit den Antworten aus der Befragung. Die Interviewten betrachteten es als sinnvoll, eine Stichwortsuche mit einer Faceted Search zu kombinieren.

Bereits ausgewählte Filter müssen angezeigt werden

Die Testpersonen haben beim Prototypen vermehrt auf ein Fehlen der Statusanzeige der Suche hingewiesen. Der Grund dafür liegt im Fehlen einer Anzeige, die den Benutzer informiert, in welcher Filterkategorie bereits Kriterien ausgewählt sind.

Filterkategorien müssen klar voneinander unterscheidbar sein

Die beiden Filterkategorien „Rubrikensuche“ und „Branchen“ führten bei den Testpersonen vermehrt zu Verwirrung, da beide Filterkategorien ähnliche Bezeichnungen enthalten und die Testpersonen daher den genauen Unterschied zwischen den beiden nicht eruieren konnten. Es ist darauf zu achten, dass ähnliche Filterkategorien mit ähnlichen Filterkriterien vermieden werden, da diese den Benutzer verwirren können.

Filterkategorien "Rubrikensuche" (links) und "Branchen" (rechts)
Ähnliche Filterkategorien

 

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die grundlegenden Usability-Regeln, welche für den Desktop-Computer gelten, auch für Smartphones relevant sind. Werden diese Regeln von entsprechenden Spezialisten korrekt auf Smartphones appliziert, kann ein hohes Mass an Benutzungsfreundlichkeit gewährleistet werden.

Das Verfassen der Bachelor-Diplomarbeit war eine spannende, herausfordernde und wertvolle Erfahrung für mich. Durch die Zusammenarbeit mit der soultank AG, konnte ich viel über Usability lernen, was sonst nicht zur Kernausbildung eines Wirtschaftsingenieurs | Innovation gehört. Für die tolle Zeit, die Ermutigungen, die Tipps und Hilfestellungen möchte ich mich beim gesamten Team der soultank AG bedanken.

Thomas Hochstrasser

Wenn Sie Interesse daran haben, die gesamte Arbeit zu lesen, melden Sie sich bitte bei Marcel Uhr (marcel.uhr@soultank.ch).

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