Oh du schöne neue Bilderwelt – vom Einsatz von Bildern im Web: Teil 1

Der Einsatz von Bildern im Web hat sich in den letzten Jahren rasant vervielfacht. Kaum eine Website, die ohne Bilder auskommt, oder wo sie nicht sogar dominieren. Doch sind Bilder immer die beste Wahl? Und worauf sollte man beim Einsatz von Bildern auf der eigenen Plattform achten? Wir geben einige Tipps aus unserer Praxis.

Einsatz von Bildern

Der Einsatz von Bildern im Web hat sich in den letzten Jahren rasant vervielfacht. Digitalisierte Bilder, soziale Medien oder auch grösser werdende Bandbreiten haben diesen Trend unterstützt. Bilder haben die Macht, Menschen zu berühren und zu polarisieren – sie sprechen Menschen meist auf einer emotionalen Ebene an.

Auf Websites werden Bilder entweder in Beiträgen eingesetzt, um Geschriebenes zu verdeutlichen und zu beschreiben. Oder sie nehmen neben der beschreibenden eine führende und orientierende Funktion ein. Wie etwa auf Kategorien- bzw. Übersichtsseiten, wenn Produkte und Dienstleistungen mit unterschiedlichen Bildern aufgelistet werden.

Gerade bei Kategorienseiten sollten Bilder die dahinterliegende Kategorie treffsicher beschreiben. Es scheint heute, als ob immer mehr und immer grössere Bilder eingesetzt werden, Texte hingegen werden immer kürzer, denn gelesen wird immer weniger. Bei Online-Shops ist die Verwendung von Bildern für die Darstellung von Produkten ein «Must»: Produkte lassen sich mit einem entsprechenden Bild treffsicher abbilden. Bei Websites, wo Dienstleistungen und nicht konkrete Produkte als Objekt gezeigt werden, ist eine adäquate Darstellung hingegen viel schwieriger. Was uns zum nächsten Punkt bringt.

Aussagekraft von Bildern

Was denken Sie, welche Dienstleistungen werden im folgenden Beispiel einer Kategorienseite von der Website der Deutschen Bahn mit den unterschiedlichen Bildern beschrieben (Bild 1)? Beim Bild D könnte man denken, es geht um Paris, bzw. Reisen ins Ausland. Bei Bild E, dass etwas im Zusammenhang mit der EU beschrieben wird. Die Bilder A-C zeigen allesamt Fahrgäste, was sonst möchten uns diese Bilder mitteilen?

Bild 1: Beispiel Bilder – Kategorienseite ohne Beschriftung

Der Aussagekraft von Bildern sind keine Grenzen gesetzt und deren Verständnis ist «intuitiv» – oder nicht? Was Menschen wahrnehmen, hat mit ihrer Sozialisation und ihren Erfahrungen zu tun bzw. den Bedeutungen, welche sie unterschiedlichen Dingen beimessen, um so ihre eigene Wirklichkeit, nicht Realität, zu konstruieren. Die Wahrnehmung und daraus folgend die Interpretation von Bildern kann von Mensch zu Mensch demzufolge ziemlich unterschiedlich sein.

Natürlich kann mit der Wahl des richtigen Bildausschnittes die Wahrnehmung gelenkt und dadurch die Erkennung vereinfacht werden. Umso mehr Dinge auf einem Bild erkennbar sind, desto grösser ist die Chance, dass auf unterschiedliche Dinge fokussiert werden. Dennoch, die Auswahl von passenden Bildern zur Darstellung von Dienstleistungen ist schwierig.

Auflösung Bild 2: Wäre für Sie mit den Bildern A und B klargeworden, dass dies Einstiegspunkte in die Kategorien Sparpreise bzw. bei C in die Kategorie Verkehrsverbünde sind? Wahrscheinlich eher nicht. Speziell bei der Darstellung von Personen ist die Erkennung der dahinterliegenden Dienstleistung sehr schwierig. Personen sind zwar immer nett anzuschauen, aber Analogien, welche die Dienstleistung passend beschreiben könnten, lassen sich nur schwer ableiten.

Bild 2: Beispiel Bilder – Kategorienseite mit Beschriftung

Aussagekraft von Symbolen / Icons

Eine dankbare Alternative zu den Bildern scheint oftmals die Verwendung von Symbolen / Icons. Der Informationsgehalt ist auf ein Minimum reduziert, indem nur 1-3 Elemente pro Icon gezeigt werden. Folgend ein Beispiel der Deutschen Post.

Bild 3: Beispiel Icons – Kategorien ohne Beschriftung

Elemente wie Brief, Briefkasten oder Lupe sind gut erkennbar und den meisten Benutzern bekannt. Die geschickte Kombination von Brief und Lupe (Brief suchen) führt auf die richtige Fährte für die Sendungsverfolgung. Viele der verwendeten Symbole scheinen selbsterklärend. Es gibt jedoch auch Beispiele, die ohne Beschreibung schwer zu verstehen sind, wie die Waren- oder Büchersendung. Auch beim Einsatz von Icons gibt es also keine hundertprozentige Garantie, dass alle Nutzer sie richtig verstehen.

Bild 4: Beispiel Icons – Kategorien mit Beschriftung

 

Demnächst in der Fortsetzung: Oh du schöne neue Bilderwelt – vom Einsatz von Bildern im Web: Teil 2, über Emotionen und Informationen, was können Bilder überhaupt übermitteln?

Adrian Lauper

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