OxyPrem Datenportal: In 5 Tagen von der Idee zum Konzept

In einer Workshop-Serie unterstützten wir das Team des MedTech-Anbieters OxyPrem AG bei der Entwicklung eines Online-Datenportals. In 5 intensiven Tagen arbeiteten wir uns vom Problem Statement zum validierten Papierprototypen.

Mit Lichtsensoren, die den Sauerstoffgehalt im Gehirn von Frühgeborenen messen, ermöglicht OxyPrem den Klinikern, schnell auf gefährliche Situationen zu reagieren und so Fehlentwicklungen und Todesfälle bei diesen verletzlichen Hochrisikopatienten zu verhindern.

Die dabei gemessenen Daten helfen den Medizinern und Forschern, zukünftige Fälle besser zu beurteilen oder neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Anwender sollen in der Lage sein, schnell, online und leichtgängig auf ihre erhobenen Informationen zuzugreifen.

In unserem Vorgehen orientierten wir uns grob am Buch Collaborative UX Design von Toni Steimle und Dieter Wallach.

 

Tag 1 – Problem Statement

Am ersten Tag drehte sich alles darum, die Domäne und die Aufgabenstellung zu verstehen. Das beinhaltete unter anderem eine sehr eindrucksvolle Führung durch die Frühgeborenenstation (Neonatologie) am Universitätsspital Zürich. Den Rest des Workshops durften wir am Therapy Development Accelerator der UZH durchführen.

Vor allem lernten wir aber durch die gemeinsam erarbeitete Problem Statement Map den Projektkontext kennen.

Angewendete Methoden und Werkzeuge

  • Problem Statement Map
  • Kontextanalyse
Nadja von soultank mit den OxyPrem Leuten.
Nadja von soultank mit Dani und Alex von OxyPrem am Universitätsspital Zürich

 

Tag 2 – Proto-Personas

Um möglichst schnell loslegen zu können, brachten wir gemeinsam mit dem OxyPrem-Team unsere Vorstellungen über die wahrscheinlichsten Benutzer des Datenportals zu Papier.

Diese auf Annahmen basierende Proto-Personas und ihre Anwendungsfälle wollen wir an Tag 3 validieren.

Angewendete Methoden und Werkzeuge

  • Proto-Personas
  • User Journey Mapping
Dani von OxyPrem schreibt auf ein grosses Stück Packpapier.
Dani von OxyPrem hält seine Proto-Persona fest.

 

Tag 3 – User Research

Die am vorigen Tag getroffenen Annahmen wurden nach ihrem Sicherheitsgrad und den Auswirkungen aufs Projekt bewertet. Basierend darauf konnten wir gemeinsam einen auf die wichtigsten Fragen fokussierten Interviewleitfaden ausarbeiten.

Die Auswertung der Gespräche mit Ärzten und Forschungsbeauftragten am Universitätsspital gab uns Anhaltspunkte, wie wir unsere noch provisorischen Personas finalisieren können. Auch die Anwendungsfälle für unser Datenportal konnten wir nun mit mehr Sicherheit formulieren.

Angewendete Methoden und Werkzeuge

  • Annahmen Map zur Priorisierung
  • Interviews und Auswertung
  • Personamodellierung
Post-Its mit Annahmen bezüglich des Datenportals kleben an der Wand. Sie sind auf zwei Achsen (Impact und Sicherheit) angeordnet.
Die Annahmenmap bildet die Grundlage für den Interviewleitfaden: Welche Fragen sind wichtig, welche sind vernachlässigbar?

 

Tag 4 – Ideation

In kurzen Design-Iterationen produzierten wir rund 70 verschiedene Ideenskizzen zu den Schritten im Anwendungsszenario. Immer time-boxed, immer abwechselnd alleine und gemeinsam, tasteten wir uns Schritt für Schritt dem UI-Konzept des Datenportals entgegen.

Nachdem wir uns auf die besten Lösungsansätze geeinigt hatten, ergab sich der Papierprototyp beinahe von selbst. Begeistert bastelte und feilte das ganze Team am Prototyp. Das Datenportal wurde endlich sichtbar.

Angewendete Methoden und Werkzeuge

  • Design Studio (Kreativmethode)
  • Art Gallery (Bewertungsmethode)
  • Paper Prototyping
Adi und Alex schauen Dani beim Basteln des Datenportal-Prototyps zu.
Beim Paper-Prototyping darf man wieder zum Kind werden: Es wird gezeichnet, geklebt und gebastelt was das Zeug hält.

 

Tag 5 – Validierung

Gespannt und durchaus auch stolz auf den Prototypen geht das Team zurück ans Universitätsspital um Feedback einzuholen. An manchen Enden des Prototyps haben wir sogar bewusst Features nicht vollständig ausskizziert, um heute von den Benutzern zu erfahren, was ihre Erwartungen und Präferenzen dazu sind (z.B. mit der Frage „Welche Attribute erwartest du hinter der Schaltfläche „Advanced Search“?).

Mit den neuen Informationen und dem Feedback zum Papierprototypen sind wir nun zum Abschluss dieser Workshop-Serie in der Lage, eine Gewichtung der Features für ein Minimal Viable Product (MVP) zu machen.

Angewendete Methoden und Werkzeuge

  • Usability Testing am Papierprototyp
  • Priorisierungsmatrix
Adi, Dani, Max und Alex stehen vor der Wand mit den MVP-Features
Gemeinsam diskutiert das Team die MVP-Planung und das weitere Vorgehen.

 

Das fertige OxyPrem-Datenportal

In einer unglaublich kurzen und intensiven Zeit konnten wirsehr viel Wissen über die Domäne und die Benutzer sammeln. Das OxyPrem-Team hatte die Gelegenheit, offene Punkte zu diskutieren und Entscheidungen dazu zu treffen. Insbesondere die Schaffung eines gemeinsamen Verständnis ist die Grundlage um in Zukunft noch effizienter zusammen zu arbeiten.

Diese Basis machte es uns leicht, die detaillierte Informationsarchitektur, das Interaction Design und die visuelle Gestaltung des Datenportals auszuarbeiten.

Wir freuen uns darüber, dass OxyPrem auch bei der Weiterentwicklung ihres Datenportals, aber auch bei der Weiterentwicklung des Datenmonitors am Patient mit uns weiterarbeiten möchte.

Verantwortlich für dieses Projekt

Charlotte Herrmann
Charlotte ist UX Expert bei soultank. Für sie ist UX die Schnittstelle zwischen den Anforderungen der Auftraggeber, den technischen Möglichkeiten der Entwicklern und den Bedürfnissen der Benutzer.

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